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Vollansicht: Selen-Belichtungsmesser in alter Kompaktkamera
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hlenz
Hallo zusammen,

kennt sich jemand mit Kompaktkameras aus den Sechzigern aus?
Ich habe hier noch eine geerbte Frankamatic (ähnlich http://www.flickr.com/photos/7817210@N03/2408246886) mit einem gekuppelten Selen-Belichtungsmesser der Fa. Bertram.
Leider weiß ich nicht, wie man erkennt, ob dieser noch arbeitet.
Im Sucher hängt von oben eine halbmondförmige Metallklappe herunter, das könnte eine Art Anzeige sein, oder?
Die Kamera liegt nun schon ein paar Tage im Hellen, aber es tut sich weiter nichts.

Jemand eine Idee?
HorstE
Bin zwar nun nicht der ausgemachte Technik-Experte, hatte aber früher selbst Kameras mit Selen-Belichtungsmesser. Beim Wechsel vom Hellen ins Dunkle müsste sich an den Sucheranzeigen etwas ändern - egal, ob es ein Zeiger oder nur ein farbiges Signal ist. Im Zweifelsfall würde ich die Rückwand der Kamera aufmachen und einmal ins Helle und einmal ins Dunkle auslösen. Dabei müsste sich die Blende oder evtl. das Verschlußgeräusch (schnell/langsam) verändern.

Aber soweit ich mich erinnere, altern die Selen-Zellen und irgendwann funktioniert da nichs mehr. Aber dazu werden Dir die Technik-Experten sicher mehr erzählen können...

Gruß Horst
HorstE
Hab' inzwischen mal nachgesehen...
ZITAT
"Zusammen mit der Filmempfindlichkeit wird eine Verschlusszeit eingestellt; die Blende wird entsprechend der Motivhelligkeit automatisch gewählt. Rot-/Grün-Signal im Sucher zeigt die Aufnahmemöglichkeit an. Für Blitzaufnahmen kann die Automatik abgeschaltet werden."


Gruß Horst

Ach ja - die Kamera hat damals 172,00 Deutschmarks gekostet...
hlenz
Hallo Horst,

vielen Dank, sehr aufschlussreich!
Also wird der Beli wohl an Altersschwäche eingegangen sein, es ändert sich nämlich weder irgend eine Anzeige im Sucher noch die Blendenöffnung.

Dass die Zeiten aber fix eingestellt werden und der Beli die Blende verstellt, eröffnet allerdings die theoretische Möglichkeit, über die manuelle Blendeneinstellung doch noch richtig belichtete Bilder zu bekommen.
Werde ich mal testen.

170 Mack - ja, die Dinger waren damals wohl Massenware.
u. kulick
Frag am besten strind77 , bester Franka-Kenner bei Flickr
HorstE
ZITAT(hlenz @ 2011-01-27, 21:36) Springe zum Beitrag
...
170 Mack - ja, die Dinger waren damals wohl Massenware.

Na ja, so würde ich das nicht unbedingt sehen, damals waren 172 Deutschmarks viel Geld...

Ich habe mal auf die Schnelle auf die in der Rentenversicherung berücksichtigten Durchschnittsentgelte zurückgegriffen (Wikipedia), waren am schnellsten zu finden...
Danach betrug das durchschnittliche Brutto-Entgelt 1961 jährlich 6.723 DM, also 560.25 DM monatlich. Du musstest also etwas weniger als 1/3 Monat für eine Frankamatic Lux arbeiten.
Wenn Du nun für 2011 von jährlich ungefähr 32.000 €, also 2.666 € monatlich ausgehst, dann entspricht das ungefähr einer A580 mit Tamron 18-200 mm - bei Fotokoch mit 899 € gelistet. Auch dafür müsstest Du ca. 1/3 Monat arbeiten...
Die angegebenen Verdienst sind zwar alles Bruttoverdienste, somit können sich mit den Nettoverdiensten die Relationen zwar etwas aber nicht wesentlich verändern.
Ein Spitzenerzeugnis der damaligen Zeit, die Leica M3 kostete mit einem 2/50 Summicron 1.248,00 DM - aus heutiger Sicht auch lächerlich gering.

Ich würde eine Kamera für damalige 172 DM daher nicht unbedingt als billige Massenware abtun - oder die oben angeführte A580 rückt auch in diese Nähe...

Gruß Horst
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